Krebsberatungsstellen: Unterstützung finden und Antworten bekommen

Beratung und Begleitung ist für Betroffene und Angehörige ein kostenloses Angebot in Münster und im Münsterland

Münster und die Region Münsterland (jft) — Krebs ist eine Diagnose, die Betroffene und ihre Angehörigen oft völlig unerwartet trifft. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fühlen sich viele Menschen allein mit ihren Fragen, seelisch belastet und manchmal überfordert. Häufig wissen sie nicht, an wen sie sich wenden können. Psychosoziale Krebsberatungsstellen, wie die Beratungsstelle des Tumor-Netzwerk im Münsterland (TiM) e.V in Münster bieten Hilfe bei seelischen Krisen und sozialrechtlichen Fragen. Hier erhalten Krebs-Betroffene und Angehörige Hilfestellung, um die eigene Krankheit zu bewältigen oder mit der Erkrankung von nahestehenden Menschen angemessen umzugehen.

Wohl fühlen sollen sich Krebs-Betroffene, wenn sie die Räume der Krebsberatungsstelle in Münster oder in einer der regionalen Außenstellen betreten. Die Zimmer hell und freundlich gehalten, die Büros mit Blumen ausgestattet. Die Sekretärin nimmt die Ratsuchenden freundlich in Empfang. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, für die richtige Atmosphäre zu sorgen, um über alle Sorgen sprechen zu können. „Viele Menschen, die sich an uns wenden, haben starke Ängste vor Wiedererkrankung, fragen sich, ob sie ihre Arbeitsstelle verlieren, wenn sie länger krank sind und wissen nicht, auf welche Sozialleistungen sie Anspruch haben“, sagt Gudrun Bruns, Leiterin der Krebsberatungsstelle Münster. Zusammen mit ihren 9 Mitarbeiterinnen berät sie bei psychischen und sozialen Belastungen, hilft beim Beantragen von Rehabilitationsmaßnahmen und vermittelt bei Bedarf weiter an andere hilfreiche Einrichtungen, Selbsthilfegruppen oder Psychotherapeuten. „Unser wichtigstes Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern“, sagt Gudrun Bruns.

Individuelle Beratungen sind dabei nur ein Aspekt, die Krebs-Betroffene in Münster und im Münsterland wahrnehmen können: Die Anlaufstelle organisiert auch Informations- und Gruppenangebote, zum Beispiel auch für Kinder krebskranker Eltern, Vorträge und Gesundheitskurse und medizinische Beratungen zu medikamentösen Therapien, Ernährung und Naturheilverfahren. Die Krebsberatungsstelle im Münsterland wurde vor 20 Jahren gegründet. Träger ist das Tumor-Netzwerk im Münsterland (TiM) e.V. Obwohl die Finanzierung dieses Projekts viele Jahre auf unsicheren Füßen stand, wollte man alles tun, um Betroffenen in sozialen und psychischen Notlagen mit Information und Beratung beizustehen. Denn der Bedarf ist groß.

Zurzeit wird die Krebsberatungsstelle in Münster von den Mitgliedern des TiM e.V., der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, der Sparda-Bank Münster, der Stadt Münster, dem Kreis Steinfurt und z.B. der Sparkasse Westmünsterland gefördert. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Einrichtung in Münster sowie 25 weitere Beratungsstellen finanziell in erheblichen Maß im Rahmen eines Förderschwerpunktprogramms. Mit diesem Programm soll der Unterversorgung in vielen Regionen Deutschlands entgegen gewirkt werden. Wenn für die Krebsberatungsstelle in Münster diese Förderung 2014 zu Ende geht, ist ihre weitere Zukunft unsicher. Zurzeit fehlt in Deutschland eine Finanzierungsregelung für derartige Beratungsleistungen. Hier ist die Politik gefordert: Sie muss die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit zum Beispiel die Krankenkassen ihren Beitrag für den Fortbestand von Krebsberatungsstellen in Zukunft leisten.

Informationen und Kontakt:
Krebsberatungsstelle des Tumor-Netzwerk im Münsterland (TiM e.V.)
Im Gesundheitshaus, Gasselstiege 13, 48159 Münster,
Tel: 0251-62562010, Mail: Info@krebsberatung-muenster.de
Internet: www.krebsberatung-muenster.de

Als Interviewpartner steht Ihnen Gudrun Bruns, Leiterin der Krebsberatungsstelle gerne zur Verfügung: Tel: 0251-62562011, Mail: g.bruns@krebsberatung-muenster.de.

Münster, 29. Januar 2013