Traumatische Erfahrungen bei Krebs

Ein seelisches Trauma ist eine schwerwiegende seelische Verletzung, die durch mindestens ein (traumatisches) Erlebnis von außergewöhnlicher Bedrohung entsteht. Traumatische Erfahrungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie unsere seelische Verarbeitungsfähigkeit übersteigen und u.a. extreme Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit auslösen können.
Die Mitteilung der Diagnose Krebs bedeutet für viele Menschen eine unerwartete, ins Leben einschneidende Veränderung, die häufig als existentielle Bedrohung der Gesundheit und des Lebens erlebt wird. Diese Nachricht kann traumatisierend wirken. Wenn die Bedrohung durch die Erkrankung anhaltend wirkt und nicht als ein einzelnes Ereignis erlebt wird, verstärken sich die Belastungen. Auch die Folgen einer Operation, der Verlust körperlicher Unversehrtheit, invasive medizinische Eingriffe und Behandlungsmaßnahmen sowie das Erleben von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Kontrollverlust können traumatisch wirken.
Vorausgegangene „alte“ Traumata können unter Umständen durch die Erlebnisse, die mit der Krebserkrankung einhergehen, reaktiviert oder verstärkt werden.
Welche Zusammenhänge von Krebs und Trauma gibt es? Was geschieht körperlich und psychisch bei einem Trauma? Welche Symptome können durch ein traumatisches Ereignis ausgelöst werden? Was sind typische Traumafolgeerkrankungen? Welche Möglichkeiten gibt es, um gut für sich zu sorgen, sich zu schützen und zu stärken? – Über diese und weitere Fragen wird in diesem Vortrag informiert.

Montag, 14.09.2020
18.30 Uhr
Referentin: Dr. Ann-Kathrin Spellmann
Traumatherapeutin, Oberärztin am UKM Marienhospital Steinfurt, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Emsdetten

Ort: Gesundheitshaus, Raum 403
Teilnahmegebühr: 3,00 €

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.